Geldcrash
Kommentar: Sagen Sie nicht, Sie hätten es nicht gewußt! Sie haben bereits Ihre 'Unschuld' verloren! Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihre finanzielle Zukunft!

Unser Zinseszins-System bedroht auch die Vermögenden
Geldcrash - retten Sie Ihr Vermögen!
Link zum Autor Günter
Hannich
Im Oktober 1929, vor 70 Jahren, begann mit dem Börsencrash an der Wall Street die Weltwirtschaftskrise. Die damalige Depression war die größte Katastrophe in der Geschichte. Den wenigsten ist jedoch klar, daß unser Finanzsystem immer wieder zu solch einem Crash führen muß und Ihr Vermögen dabei massiv von Verlusten gefährdet ist.
Zinseszinssystem
Jede Mark, welche heute als Vermögen existiert,
ist verzinst angelegt. Durch den Zins wächst das Geldvermögen jedes Jahr weiter
an. Damit Zinserträge weiter fließen können, muß das angewachsene
Geld wieder verliehen werden. Was der eine als Zinsgewinn hat, muß ein anderer als
Verschuldung verbuchen. Es entsteht also ein Verschuldungszwang, indem die Zinsgewinne
automatisch zu einer ansteigenden Gesamtverschuldung führen müssen (Abb. 1 ).
Ein Schuldenabbau ist deshalb niemals möglich. Im Gegenteil: die Schulden
müssen bis zum Bankrott explodieren.
Das Fatale am Zinssystem ist,
daß es exponentiell, also in immer schnellerem Maße abläuft: Ein Pfennig
Verschuldung im Jahre 1 wäre bei 5% Zins nach 100 Jahren auf gerade 1,31 DM
angewachsen, hätte jedoch im Jahr 1466 schon den Wert einer Erdkugel aus Gold
angenommen. Heute wäre diese damalige Schuld von 1 Pf durch Zinseszins auf den Wert
von über 200 Milliarden (200.000.000.000) Erdkugeln aus Gold angewachsen. Schnell
wird deutlich, daß unser Zins-system nur einige Jahrzehnte funktionieren kann, bis
es wieder zusammenbricht.
Krankhaftes Aktienwachstum
In der Endphase eines Zinssystems wird es
immer schwieriger, den Zinszuwachs rentabel weiterzuverleihen, weil die zu verleihende
Kapitalmenge explodiert, die Investitionen jedoch nur mäßig anwachsen. Das
Kapital geht dann zunehmend in den spekulativen Bereich - die Aktienkurse explodieren. Um
das System möglichst lange am Laufen zu halten, wird die Bevölkerung zunehmend
für die Investition in spekulativen Papieren animiert.
Da sich die
Bewertung der Wertpapiere jedoch immer mehr von der realen Entwicklung abkoppelt, kommt
es früher oder später zum Crash: Die Aktien verfallen praktisch bis zur
Wertlosigkeit, Banken kommen in Bedrängnis, die Sparer verlieren ihre Ersparnisse
und eine Deflationsspirale führt zu Arbeitslosigkeit und Bankrott - eine lange
Wirtschaftskrise beginnt.
Die Geschichte beweist diesen Ablauf zur Genüge:
Crash 1873
In der Gründerzeit um 1870 wurden zunehmend Unternehmen
durch massive Verschuldung gegründet und in Aktiengesellschaften umgewandelt. Nicht
selten betrug der Aktienwert das doppelte oder dreifache des realen Firmenwertes. Ein
Großteil der Bevölkerung wurde durch sensationelle Zeitungsberichte über
angebliche riesige Börsengewinne und massive Werbung zur Investition an der
Börse geködert. Die Gier des Menschen nach Reichtum wurde dabei von cleveren
Geschäftemachern geschickt ausgenutzt, um kritisches Denken auszuschalten. Die
Entwicklung endete im März 1873 im Zusammenbruch und der bis damals
größten Wirtschaftskrise, welche 23 Jahre dauerte und die Bevölkerung in
bittere Armut stürzte (Günter Ogger, 1982, Die Gründerjahre).
Crash 1929
In den zwanziger Jahren erlebten die Aktienkurse wieder eine
starke Aufwertung, es wurde erklärt, daß sich die Welt in einer ,ewigen
Hausse" befinde, durch welche die Armut beseitigt werden würde. Zunehmend wurde die
Bevölkerung wieder für Investitionen an der Börse gewonnen. Von den
Experten und Politikern wurde die drohende Gefahr eines Crashes verneint. Noch zwei Tage
vor dem Zusammenbruch der Börse wurde vom renommierten Wirtschafisprofessor lrving
Fisher erklärt, daß der Markt sein hohes Niveau dauerhaft halten werde (Die
Welt, 29.10.99). Innerhalb von zwei Jahren verloren die Aktienkurse daraufhin nach dem
Crash im Oktober 1929 über 90% ihres Wertes (Abb. 2). Weltweit wurden die Menschen
in Not und Elend gestürzt. Die Wirtschaftskrise wurde erst mit dem Ausbruch des
Zweiten Weltkrieges beendet.
Parallelen damals und heute
Heute ist die Entwicklung ähnlich: Die
Aktienkurse explodierten in den Neunziger Jahren geradezu (Abb. 3). Zunehmend wurden die
normalen Geldanleger durch großangelegte Werbung für das Börseninvestment
begeistert. Von Expertenseite wird erklärt, daß wir uns in einer andauernden
Aufschwungphase befänden, es wird von der ,Besten aller Welten" geredet. Kritische
Stimmen werden als ,Pessimisten" abgetan. Dabei ist heute die Überbewertung
wesentlich größer als vor dem Crash 1873 oder 1929: Wie wenig real eigentlich
der Aktienbesitz heute ist, zeigt das Beispiel des Softwaregiganten Microsoft:
Während das Unternehmen einen Umsatz von 14,5 Mrd. Dollar macht, stieg sein
Börsenwert im Juli 1999 auf über 500 Mrd. Dollar (Süddeutsche Zeitung,
19.7.99). Zu bedenken gibt, daß Microsoft, im Gegensatz zu anderen Industriefirmen,
wenig Realgüter (Häuser, Fabriken, Maschinen) besitzt, der Aktienwert also zum
Großteil rein spekulativ ist. Häufig werden hohe Wachstumsraten in den USA als
Begründung für den Aktienboom angegeben.
Wachstum durch Verschuldung
Vergessen wird dabei, die Daten kritisch zu
untersuchen: Während sich das Bruttosozialprodukt 1998 um 400 Mrd. Dollar
erhöht hat, hat sich die Verschuldung von Konsumenten und Unternehmen um 995 Mrd.
Dollar gesteigert. Für jeden Dollar, um den die Produktion gesteigert wurde, wurde
das 2,5fache an zusätzlichen Krediten aufgenommen. Allein von 1997 auf 1998 hat sich
die Neuverschuldung der Konsumenten und Unternehmen um 41% gesteigert. Das ganze Wachstum
in den USA ist also ausschließlich kreditfinanziert. In der ganzen Geschichte hat
es noch nie solch eine drastische Ausweitung der Verschuldung gegeben. Durch die Illusion
ständig steigender Aktienkurse wurden die privaten Haushalte weiterhin zum Abbau von
Sparanlagen animiert. Die Sparquote, also der Anteil des Haushaltseinkommens, welcher
gespart wird, ist seit zwei Jahren negativ. Im langjährigen Durchschnitt war die
Sparquote bei 13%, heute werden zunehmend Ersparnisse abgebaut und Aktien gekauft.
Illusionen durch statistische Tricks Die hohen Wachstumszahlen in den USA
wurden zum größten Teil durch unzureichende Statistiken ausgewiesen. Da in
Amerika die Bezahlung von hohen Managerposten oftmals in Form von Aktienoptionen statt
Geld erfolgt, konnten die Unternehmen einen Teil der Lohnzahlungen einsparen. Es wird
geschätzt, daß die ausstehenden Optionen einen Wert von über 1.000 Mrd.
Dollar haben. Bei Einbeziehung dieser Daten würde damit das Wachstum schnell
zusammenschmelzen.
Daneben wird die Hälfte des
Produktivitätszuwachses nur durch die Computerindustrie begründet. Der Grund
liegt in einer geänderten statistischen Erfassung, in der nicht nur die Ausgaben
für Computer, sondern auch die gesteigerte Rechnerleistung in das
Bruttosozialprodukt einfließt. Obwohl die tatsächlichen Ausgaben der
Unternehmen für Computer 1998 gerade 14 Mrd. Dollar betrugen, wurde durch die
geänderte Statistik ein Zuwachs von 282 Mrd. Dollar ausgewiesen. Im ersten Halbjahr
1999 machte die Computerindustrie dadurch schon 65% des Produktivitätszuwachses aus
(Börsenzeitung, 19.10.99).
Schnell wird deutlich, daß die
Begründungen für die explodierenden Aktienkurse auf tönemen
Füßen stehen. Einmal ist das Wirtschaftswachstum in den USA bestenfalls halb
so hoch, wie offiziell ausgewiesen, zum zweiten ist die dortigen Wirtschaft völlig
überschuldet und der Konsum größtenteils kreditfinanziert.
Vermögensvernichtung
Sowohl die explodierende Verschuldung, wie
auch die Entwicklung auf dem spekulativen Sektor zeigen deutlich, daß in absehbarer
Zeit eine gewaltige Korrektur droht. Was wäre, wenn eine Finanzkrise Ihr ganzes
Vermögen entwertet? Den wenigsten ist bewußt, daß ihr Erspartes
zunehmend bedroht wird: Sowohl Schulden- als auch Währungskrisen gefährden das
Vermögen. Dabei ist auch das laufende Einkommen von steigenden Steuerlasten und
einer Umverteilung von der Mittelschicht zu wenigen Superreichen bedroht. Die kommende
Entwicklung kann durch Kenntnis unseres Geldsystems vorhergesagt werden. Dies
ermöglicht es Ihnen, Ihr Vermögen vor Verlusten zu schützen. Der
Unwissende wird vom Zusammenbruch überrascht und verliert seine Sicherheit und
Freiheit.
Link zum Autor
Günter Hannich
Zitiert aus DER 3. WEG, Dezember 1999, Seiten 8 und 9, (seit Juli 2001
HUMANWIRTSCHAFT)