Citrusbockkäfer
Citrusbockkäfer und Fächerahorn aus China und den Niederlanden
erreichbar über http://citrusbockkaefer.4dem.de
Für Blockwarte: Käfer melden
19. Juni 2008 - Nachdem das Waldsterben mangels Publikum ausfiel und die Vogelgrippe nicht stattfand, weil keiner hinging, besteht jetzt Hoffung für die Citrusbäume Deutschlands, von einer Käfer-Invasion heimgesucht zu werden. Tatsächlich, der deutsche Laubwald besteht zu 80 Prozent aus Zitruspflanzen! Das bedeutet Katastrophen-Alarm im Sommerloch! Ganz sicher! Finden Sie nicht auch, daß niederrheinische Schlagzeilen wie "Käfer-Gefahr aus Asien" einfach nur geschmacklos sind?
Um eine vermeintliche Katastrophe glaubhaft machen zu können, kauften in einer abgestimmten Aktion deutsche Supermarktketten und Baumärkte Fächerahornbäume ein, um sie unauffällig so schnell wie möglich im Mai 2008 erfolgreich an ahnungslose gutgläubige Bürger zu verschleudern.
Die Pressemeldung
Als am 18. die Pressemitteilung vom 19.6. bekanntwurde, kam der Moment, mit großem Getöse die Restbestände demonstrativ zu vernichten. Vernichten? Das kennen wir noch von Rinderwahnsinn und Vogelgrippe. Die Fleischindustrie profitierte mächtig und verdiente an Fleischbergen, für die es keine Absatzmöglichkeiten mehr gab.
Wer zahlt die Zeche? Der Steuerzahler im Namen sozialer Gerechtigkeit und Marktwirtschaft! Als ich zur Schule ging, gab es noch zwei Worte: Sozial und sozialistisch. Heute ist alles nur noch sozial und böse Sozialisten gibt es nur in fernen Ländern. Sogar die sozialistische Partei nennt sich sozial. Noch Fragen?
Soll demnächst deutscher Laubwald abgeholzt und verbrannt werden, um einen neuen Fluß von Subventionen bzw. Entschädigungszahlungen anzuleiern? Seit Jahren schon sinken die Holzpreise aufgrund des Überangebotes. Das Waldsterben findet immer noch nicht statt. Allerdings wird beim Verbrennen so viel Kohlendioxid frei, daß der Klimaschutz auf der Strecke bleibt. Macht nichts, für das Wetter ist dieser Umstand sowieso irrelevant, vom Klima ganz zu schweigen.
Im Wortlaut
Damit Sie den Gehalt meiner satirischen Worte abwägen können, zitiere ich im Wortlaut Auszüge aus der Pressemitteilung vom 19.6.2008 des Julius Kühn-Institutes in Braunschweig und verschweige schamhaft den Namen des niederrheinischen Käseblattes.
"Die jetzt verdächtigen Pflanzen stammen aus einer im Dezember 2007 aus China in die Niederlande eingeführten Sendung bzw. zum Teil aus einer Baumschule in den Niederlanden. Dort wurden nach ersten Funden des Käfers die Kontrollen seit Anfang des Jahres massiv verstärkt."
"In Europa wurde der Käfer erstmals 1997 in Italien und 2003 in Frankreich im Freiland entdeckt. Während in Frankreich der Befall erfolgreich getilgt wurde, konnte der Befall In Italien bisher nicht ausgerottet werden und der Käfer hat sich auf einer Fläche von ca. 100 Quadratkilometern ausgebreitet."
Füllmaterial für das Sommerloch 2008?
Was jetzt noch fehlt, um das Sommerloch zu füllen, sind ein schlagkräftiger Titel auf BILD am Sonntag, eine tiefschürfende Zehn-Sekunden-Meldung in den Abendnachrichten der Fernsehsender und eine Talkshow mit Citrusbocklarven und -käfern in einem Aquarium. Leider kenne ich den Zeitplan für das weitere Vorgehen nicht. Die Presse jedenfalls macht wie üblich mit großer Begeisterung mit. Ist es Affiliate-Marketing, massenweise Texte zu kopieren, ohne eigene Recherchen anzustellen? Wenigstens bei einem abendlichen Bier sollten Chefredakteure darüber nachdenken, welchen Schwachsinn sie tagtäglich ihren Mitarbeitern abverlangen. "Wer ohne Auftrag recherchiert, fliegt!"
Da diese Käfer nur 1,5 große Löcher beim Schlüpfen aus den Baumstämmen bohren und nur 2 bis 4 cm groß werden, genügt eine kleine Anfrage der Linken oder Liberalen im Deutschen Bundestag, was Angela Merkel denn vor Beginn der Sommerpause gegen die Invasion der Käfer zu tun gedenke. Ein Auslandseinsatz der Bundeswehr komme wohl nicht mehr in Frage, denn der Feind sei bereits mitten unter uns.
Eigenheiten am Niederrhein
Unkommentiert zitiere ich aus Wikipedia-Artikel Niederrhein - Sprache: "Der „Chefideologe“ (so Die Zeit) des Niederrheins war Hanns Dieter Hüsch, der im Gegensatz zur mehrheitlich katholisch geprägten Region aus dem evangelischen Moers stammte, jedoch lange Zeit in Mainz wohnte. „Der Niederrheiner an sich weiß nichts, kann aber alles erklären!“, war seine Beschreibung der Menschen, die aus „seiner“ Region stammen. „Das Wesen des Niederrheinischen ist die Kunst der reinen Vermutung, seine sprachliche Form ein hemmungslos assoziierendes Schwadronieren“, schrieb der Mönchengladbacher Christof Siemes in der Zeit. „Der Satzbau ist wie die Gegend: weit und ungegliedert.“ Die „Kunst der reinen Vermutung“ spiegelt sich in der von Niederrheinern gerne und häufig verwendeten Formulierung „Da geh’ ich ma’ von aus“ prächtig wider. Die Rheinische Post bedachte die Menschen dieser Region mit den Worten „Der Niederrheiner ist die tiefergelegte Version des Rheinländers“."
Hervorhebungen im Text stammen von mir. Hans Kolpak am 26. Juni 2008
Und was meinen Sie dazu? Ihr Kommentar bitte!
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