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Betroffenheit

Sind wir nicht alle ein bißchen betroffen?


Die Zukunft von der Vergangenheit befreien?
Die Vergangenheit von der Zukunft befreien?

Hans Kolpak

Irgendwann in meiner Jugend wurde mir bewußt, wie offen ich für andere Gedanken und andere Sichtweisen bin. Meine Betroffenheit wuchs mit der Zahl der Menschen, die meine Denk- und Handlungsweise als zu kompliziert empfanden. Trotz meiner Neugierde und meines Getriebenseins fiel die Entscheidung, mich an grundlegenden weltanschaulichen Eckpfeilern zu orientieren, in dieser Zeit. Seit dem habe ich in Teilbereichen meines Lebens stürmische Weiterentwicklungen und Vertiefungen in meinen wechselnden Interessen erlebt. Möglich wurde dies durch eine bis heute fortschreitend individuell ausgeprägte Geisteshaltung. So lebe ich relativ frei und befriedigt innerhalb gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und zeitlicher Zwänge. Es ist Naturrecht, daß ein Einzelwesen Rechte und Bedürfnisse hat. Heute bin ich betroffen, wenn ich eine aus meiner Sicht verhängnisvolle Entwicklung nicht verhindern kann.

Wozu verhilft mir meine Betroffenheit, wenn sie mich nicht motiviert, meine Vergangenheit bewußt zu überdenken und befreiende Lebensschritte zu planen? Denke ich an Goethes Vorliebe für Menschen mit ausgeprägter Persönlichkeit und kreativer Leistungsfähigkeit, so erkenne ich, wie nützlich es ist, sich betroffen zu fühlen. Ich achte auf mich und meine Umwelt, was meine weiteren Entscheidungen beeinflußt.

Dazu ein Bild: Eine kleine Interdentalbürste hilft mir, Druck und Entzündung durch Speisereste zwischen den Zähnen zu vermeiden und eine "normale" Zahnbürste erreicht die seitlichen und andere leicht zugängliche Oberflächen, um Zahnbeläge zu entfernen. Wie bei solch einem Reinigungsvorgang ist es auch während eines Ausfluges in die Gedankenwelt von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Unterschiedliche Perspektiven und Werkzeuge sind notwendig, um komplexe Sachverhalte greifbar zu machen. Als Werkzeuge betrachte ich Denkanstöße von anderen Menschen oder Methoden, die eigene Denkweise zu ändern.


 

 


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